So teuer wohnt sich's in Deutschland
München liegt seit Jahren ungefährdet an der Spitze, was die Immobilienkreise angeht. Der heißeste Konkurrent der bayrischen Metropole ist aber überraschenderweise nicht Düsseldorf oder Frankfurt, sondern die mittelgroße Stadt Heidelberg.
Wer in München eine Immobilie erwerben will, muss viel Geld und auch viel Geduld mitbringen. Denn wer nicht mal eben ein paar Millionen übrig hat, aber ein gleich ein paar Zimmer bewohnen und kaufen möchte, sollte sich vielleicht lieber woanders umsehen. Und das, obwohl viele Wohlhabende momentan gar nicht groß kaufen, sondern eher mieten. So halten viele Immobilienkenner Kaufpreise von bis zu 20.000 Euro pro Quadratmeter etwa wie bei Prestigeprojekten wie “The Seven” im Münchner Gärtnerviertel für illusorisch. Aber statt die Kaufpreise für die Luxusimmobilien zu senken, schrauben die Besitzer einfach die Mietpreise hoch – und sind damit erfolgreich. Denn Wohnflächen, besonders in der Münchner Altstadt, in Lehel, in Solln oder in Bogenhausen sind nach wie vor extrem beliebt.
Große Wohnungen werden noch teurer
Die Mietpreise stiegen 2009 im Schnitt um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr an, das sagt jedenfalls der aktuelle Wohnungsmarktbericht der Stadt München. Neubauten kosteten so durchschnittlich 13,77 Euro pro Quadratmeter, für Nachvermietungen wurden immerhin noch 12 Euro verlangt. Die Zahlen sind aber nicht gänzlich repräsentativ: Denn ausgewertet werden nur solche Angebotsmieten, die auch in der Zeitung erscheinen. Die offizielle Statistik macht hingegen deutlich, dass die Preissteigerung nur Wohnungen mit einer Wohnfläche von mehr als 100 Quadratmetern betrafen. Die Mieten für weniger Wohnraum sanken hingegen etwas.
Gute Zeiten für Vermieter
Das mag daran liegen, dass das Preisniveau zum Teil ausgereizt ist. Aber auch daran, dass die Interessenten nach der Finanzkrise den Wohnungseigentümern nicht mehr in Scharen die Tür einrennen. Bei Kaufobjekten geht der Wertzuwachs jedoch unvermindert weiter – wer eine Immobilie in Toplage besitzt, hat damit einen Gutschein München an der Hand – und eine aussichtsreiche Geldanlage. Für den Preis der Immobilien sind neben der Lage auch Größe und Ausstattung verantwortlich. Aber auch der Umstand schlägt zu buche, dass momentan nur wenige Besitzer ihr Gut verkaufen, da es nicht viele aussichtsreiche Alternativen für die Geldanlage gibt. Auch das knappe Angebot sorgt also für steigende Preise. So gehen Wohnungen, die 3.700 bis 7.000 Euro pro Quadratmeter kosten, noch immer weg wie warme Semmeln.
Heidelberg schließt bei den Mietpreisen auf
Der neue, unmittelbare Konkurrent der Isarmetropole ist seit Kurzem eine mittlere Großstadt in Baden-Württemberg, nämlich Heidelberg. Allerdings ist der Abstand durchaus beträchtlich: Während in Heidelberg Interessenten durchschnittlich 550.000 Euro für ein Eigenheim zahlen, sind es in München im Schnitt 750.000 Euro. Wiesbaden liegt übrigens gleichauf mit der Stadt in Baden-Württemberg. Damit setzen sich die beiden mittleren Großstädte auch deutlich von größeren Metropolen wie Stuttgart, Düsseldorf und Frankfurt ab.